Auch 2010 ein Bad für die Saale
www.diesaale.de 31.08.2010
Am Sonntag, den 5.9. ist es wieder soweit: Wir laden von 15 bis 18 Uhr zum Bade für die Saale, für eine lebendige mit klarerem Wasser und mit helleren Stränden. Der Badestrand liegt am Ziegelwiesenzipfel, gleich vor der Ochsenbrücke zum Riveufer.
Als Attraktion für die Kleinen und Augenweide für die großen ist wieder dabei: das Wasserspielmobil aus Meiningen. Und auch wenn die Wiesen in den vergangenen Tagen bereits gründlich gewässert wurden, wollen wir einladen zur Schwammschlacht. Charmante Livemusik wird es geben und unsere Austellung "fluss & fisch" mit Erstaunlichem und Wissenswertem zu den Altagsbadern der Saale.
Als Gäste dürfen wir begrüßen die Abgeordnete der Grünen im Europäischen Parlament Ska Keller sowie den Euronatur-Preisträger und Streiter für eine frei fließende Elbe Ernst-Paul Dörfler. Mit ihnen haben wir zwei kompetente Gesprächspartner zu Fragen rund um Europäische Wasserrahmentrichtlinie und Fließgewässerschutz.
Mit dem Saale-Bade-Fest setzen wir seit 1997 ein Zeichen für eine Saale mit sauberem Wasser und naturnahen Ufern sowie gegen den geplanten Saalekanal bei Tornitz.
PS: Und selbst wenn das Baden im Fluss wider Erwarten untersagt werden sollte, findet das Fest statt!
Ein Bad für lebendige Flüsse
www.diesaale.de 17.08.2009
Sonne satt, die Hitze brannte. Ein Glück, dass sich mitten durch die Stadt eine erfrischende Lebensader zieht: die Saale. Sie wurde am vergangenen Sonntag hautnah erobert – zum FlussBadeFest 2009.

Foto: Heiner Giersch
Rückblick 2008
Gebadet wurde in diesem Jahr am idyllischen Strand der Ziegelwiese, der schon längst kein Geheimtipp mehr ist. Oft sieht man hier Kinder und auch mutige Eltern baden. Doch an diesem Sonntag erstreckte sich der Strand durch halb Europa und reichte von der Ziegelwiese bis Zaragoza.
An diesem Tag badeten an vielen Orten Menschen in ihren Flüssen, um ihre Verbundenheit mit diesen Lebensadern des Landes Ausdruck zu verleihen. Ob in Ungarn, Großbritanien, Spanien, Belgien (Videos!), Niederlande oder hier in Halle an der Saale. Die Badefesten verstanden sich als Zeichen für das Ringen um eine intaktere Umwelt, um naturnahere Flüsse. Denn noch längst entsprechen sie nicht den Kritierien der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie für einen "guten ökologischen Zustand". Als Gast und Schirmherrin konnten wir thematisch passend Gisela Kallenbach gewinnen, die als grüne Abgeordnete im Europäischen Parlament für lebendige Flüsse streitet.

Foto: Oliver Schein
Das Badefest in Halle stand im Zeichen der aktuellen Diskussion um den geplanten Bau eines Schleusenkanales in der Saale kurz vor ihrer Mündung in die Elbe. Die mindestens 100 Millionen Euro, die er kosten soll, sähen wir llieber investiert in die Renaturierung von Flussabschnitten und die Förderung von naturnahem Tourismus mit Erlebniswert. Denn nur wenig reizvoll sind begradigte Flüsse ohne das leise Glucksen des fließenden Wassers, ohne Inseln, helle Strände und quicklebendige Flussfische.
Zur Absicherung konnten wir Rettungsschwimmer der DLRG gewinnen. Denn leider sollte man sich immer wieder vor Augen führen, dass Leichtsinn und Bedenkenlosigkeit bei einem Bad in Flüssen äußerst riskant sind. Das zeigt ein Blick auf die jährliche DLRG-Statistik der Verunglückten. Während an Nord- und Ostsee nur wenige Menschen beim Baden ertranken, waren es in Binnenseen und Flüssen erschreckend mehr – meist zurückzuführen auf Unterschätzung der Sogwirkung vorbeifahrender Schiffe und die Überschätzung der eigenen Kräfte.
Das diesjährige Saale-Quiz belohnte mit Erkenntnissen zu Wasserqualität und Fließgewässer und Stücken selbstgebackenen Kuchens. Unter dem Ansturm und der Wissbegierde der Hallenser waren alle Bleche schnell verzehrt. In Hülle und Fülle war dagegen Saalewasser vorhanden, das im Wasserspielmobil von vielen Kinderhänden dirigiert durch Mühlräder, Ventile und Rohre floss – bevor es in die Saale zurückgelangte.